Jahdo · Geschichten

Kleine Geschichten, große Fantasie.

Geschichten zum Vorlesen, Träumen und gemeinsamen Einschlafen.

Kinder entdecken gemeinsam die Natur

EINE GESCHICHTE ÜBER MUT

Mila macht sich bereit für den Kindergarten

Mila ist aufgeregt, denn heute geht sie zum ersten Mal in den Kindergarten. Ihr Rucksack ist gepackt und ihr kleiner Hase kommt mit.

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Mila lag noch gemütlich in ihrem Bett, als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster schauten. Heute war ein besonderer Tag: Mila würde zum ersten Mal in den Kindergarten gehen.

Neben ihrem Bett stand schon ihr kleiner Rucksack. Mama hatte ihn am Abend vorbereitet. Darin waren eine Trinkflasche, eine Brotdose, ein Taschentuch und Milas Lieblingshase. Der Hase durfte natürlich mitkommen, auch wenn er im Kindergarten nur im Rucksack sitzen sollte.

„Ob ich wohl neue Kinder kennenlerne?“, fragte Mila.

Mama setzte sich zu ihr aufs Bett. „Bestimmt. Und wenn du am Anfang ein bisschen aufgeregt bist, ist das ganz normal.“

Mila zog sich langsam an. Zuerst die Socken, dann die Hose und ihren weichen Pullover. Danach putzte sie ihre Zähne. Im Spiegel sah sie sich an und machte ein mutiges Gesicht.

„Ich schaffe das“, sagte sie leise.

Beim Frühstück aß Mila ein Stück Brot und trank warme Milch. Danach kontrollierte sie noch einmal ihren Rucksack. Alles war da. Sogar der kleine Hase schaute zwischen der Trinkflasche und der Brotdose hervor.

Vor dem Kindergarten hielt Mila Mamas Hand ganz fest. Drinnen hörte sie Kinder lachen und spielen.

Eine freundliche Erzieherin kam auf sie zu. „Hallo Mila, schön, dass du da bist. Möchtest du mir zeigen, was du in deinem Rucksack hast?“

Mila öffnete den Rucksack. Als die Erzieherin den kleinen Hasen entdeckte, lächelte sie. „Der sieht aus, als könnte er heute gut auf dich aufpassen.“

Mila musste lachen. Dann sah sie ein Mädchen, das mit bunten Bausteinen spielte.

„Möchtest du mitbauen?“, fragte das Mädchen.

Mila nickte. Gemeinsam bauten sie einen hohen Turm. Der Turm wurde immer größer, bis er plötzlich umfiel. Beide Kinder lachten.

Am Nachmittag holte Mama Mila wieder ab. Mila war müde, aber glücklich.

„Wie war dein erster Kindergartentag?“, fragte Mama.

Mila kuschelte sich an sie. „Am Anfang war ich aufgeregt. Aber dann war es schön.“

Am Abend lag Mila wieder in ihrem Bett. Der Rucksack stand schon bereit für den nächsten Tag. Mila kuschelte sich an ihren kleinen Hasen und schlief friedlich ein.

Kinder spielen draußen auf einer Wiese

EINE GESCHICHTE ÜBER FREUNDSCHAFT

Der Tag draußen

Ben und Leni spielen draußen, entdecken eine Schnecke und bauen aus Stöcken ein kleines Fantasiehaus.

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Nach dem Frühstück schaute Ben aus dem Fenster. Die Sonne schien, und auf dem Rasen glitzerten noch kleine Tautropfen.

„Heute möchte ich draußen spielen“, sagte Ben.

Er zog seine Schuhe an und nahm seinen roten Ball mit. Im Garten wartete bereits seine Freundin Leni. Sie hatte einen Korb voller Seifenblasen dabei.

Zuerst spielten die beiden Ball. Ben rollte den Ball zu Leni, und Leni rollte ihn zurück. Dann warfen sie ihn vorsichtig in einen kleinen Korb.

Plötzlich flog der Ball ein Stück zu weit und landete unter einem Busch.

Ben kniete sich hin und schaute nach. Neben dem Ball entdeckte er eine kleine Schnecke. Sie bewegte sich ganz langsam über ein Blatt.

„Schau mal“, sagte Ben. „Die hat es überhaupt nicht eilig.“

Leni setzte sich neben ihn. Gemeinsam beobachteten sie die Schnecke. Eine Weile sagten sie nichts. Sie sahen nur zu, wie die Schnecke langsam weiterwanderte.

Danach machten sie Seifenblasen. Die erste Blase flog über den Zaun. Die zweite glänzte in allen Farben. Die dritte war so groß, dass Ben sie fast mit der Nase berührte.

Später bauten sie aus Stöcken, Blättern und Steinen ein kleines Haus für Fantasietiere. Ein langer Stock wurde zum Zaun. Große Blätter wurden zu einem Dach. In die Mitte legten sie einen runden Stein als Tisch.

Als die Sonne langsam tiefer stand, hörten die Kinder ihre Eltern rufen.

Ben und Leni räumten gemeinsam auf. Die Stöcke legten sie zurück unter den Baum, und die Blätter blieben auf der Erde liegen.

„Morgen können wir weiterspielen“, sagte Leni.

Am Abend lag Ben im Bett. Er dachte an die Schnecke, die Seifenblasen und das kleine Fantasiehaus. Draußen rauschte der Wind durch die Blätter. Bald war auch Ben eingeschlafen.

Kind entdeckt einen Fisch an einem See

EINE GESCHICHTE ÜBER RUHE

Lina sieht einen Fisch

Lina sitzt mit ihrem Opa am See. Weil sie ganz ruhig ist, entdeckt sie einen kleinen silbernen Fisch.

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Lina ging mit ihrem Opa am See spazieren. Das Wasser war ganz ruhig. Nur manchmal bewegten sich kleine Wellen am Ufer.

Lina hielt einen Stock in der Hand. Damit malte sie Linien in den Sand.

„Glaubst du, dass im See Fische leben?“, fragte sie.

Opa setzte sich auf einen flachen Stein. „Bestimmt. Aber die Fische sind sehr vorsichtig. Man muss ganz ruhig sein, wenn man sie sehen möchte.“

Lina setzte sich neben ihn. Sie legte den Stock beiseite und schaute auf das Wasser.

Zuerst sah sie nur den Himmel, die Wolken und die Bäume, die sich im See spiegelten. Dann flog eine Libelle über die Wasseroberfläche.

Eine kleine Ente schwamm über den See. Hinter ihr schwammen drei Entenküken. Lina lächelte, aber sie blieb ganz leise.

Dann bewegte sich das Wasser wieder.

Diesmal sah Lina einen silbernen Schatten. Er glitt langsam unter der Oberfläche entlang. Kurz blitzte eine kleine Flosse in der Sonne auf.

„Opa“, flüsterte Lina, „da ist ein Fisch!“

Opa nickte. „Du hast ihn gesehen, weil du ganz ruhig warst.“

Der Fisch schwamm zu einer Seerose. Dort blieb er einen Augenblick stehen. Lina konnte seine glänzenden Schuppen erkennen. Dann machte er eine kleine Bewegung mit dem Schwanz und verschwand wieder im tiefen Wasser.

Lina wartete noch lange. Vielleicht würde der Fisch noch einmal auftauchen.

Während sie wartete, hörte sie viele leise Geräusche: das Rascheln der Blätter, das Summen einer Biene und das sanfte Plätschern am Ufer.

„Der See erzählt ganz leise Geschichten“, sagte Lina.

„Ja“, sagte Opa. „Aber man hört sie nur, wenn man sich Zeit nimmt.“

Am Abend lag Lina im Bett. Sie stellte sich vor, wie der Fisch unter den Seerosen schwamm. Vielleicht träumte er vom großen, tiefen See.

Lina schloss die Augen. In ihrem Traum schwamm sie ganz ruhig neben dem Fisch. Das Wasser war warm, die Seerosen tanzten langsam, und über ihnen leuchtete der Mond.

So schlief Lina friedlich ein.